

Bilder: Antonius Scheffler
Nach ihrem morgendlichen Schnorchelausflug zieht es Marin, Antonius, Luisa und Antonia zurück ins Boot. Marin steuert die vierköpfige Gruppe im kleinen Schlauchboot zwischen zwei Schären.Mit an Bord: der „Manual Gravity Corer“, ein röhrenförmiges Instrument zur Entnahme von Bodenproben.
Diese Schären, wo das Team entlang fährt, entstanden vor rund 430 Millionen Jahren, als gewaltige Gletscher das Gestein abschürften und als runde, karge Höcker an der Küste zurückließen. Genau hier, zwischen den Felsen, verbirgt sich eine natürliche Senke, in der sich feiner Sand angesammelt hat.
Die Vier bereiten den Einsatz des Corers vor. Die Technik erfordert Fingerarbeit, was sich nach einem Schnorcheltrip in 13 Grad kaltem Wasser als recht schwierig erweist: Antonia spannt ein blaues Seil, das eine Verschlusskugel für die untere Röhrenöffnung hält. Ein rotes Seil dient währenddessen als straffe Gegenleine und muss ebenfalls gespannt werden. Anschließend lassen Luisa und Antonia den Corer an einem Halteseil zügig etwa acht Meter in die Tiefe. Das Instrument nutzt die reine Schwerkraft: Ein massives Gewicht an der Spitze macht den Corer einerseits recht unhandlich, zieht ihn andererseits aber effektiv nach unten. Die Röhre rammt sich in die ersten Zentimeter in den Meeresboden und bleibt im Sediment stecken. Oben im Schlauchboot spürt die Corer-Crew, wie der Zug am Seil nachlässt.
Das ist das Signal, dass der Corer den Grund erreicht hat. Luisa und Antonia beginnen, den Corer wieder nach oben zu ziehen. Sobald sich die Röhre aus dem Sand löst, greift der Schließmechanismus ein: Die Kugel schnappt vor die untere Öffnung und isoliert die Bodenprobe. Zurück an Deck prüft die Corer-Crew, ob die Konstruktion dichtgehalten hat. Kleine Probengefäße befinden sich bereits in den Händen von Marin und Luisa. Vorsichtig lockert Antonia die Kugel ein kleines Stück, sodass das feuchte Sediment aus der Röhre in die Behälter fließt. Antonius befand sich während dieses gesamten Prozesses unter Wasser und hat mit seiner Unterwasserkamera alles dokumentiert.
-Antonia Spielvogel