Tag 16 – Another day, another rainy Schnorchelsession

Bilder: Paula Bairlein

Heute ist alles wie immer: Es regnet,wir gehen schnorcheln, die Stimmung ist gut.

Nach einer neuen Rekordzeit von nur einer Stunde Rödeln und Anziehen haben wir es alle in unsere nassen Neos geschafft und steigen ins Dingi, in dem Marin schon auf uns wartet.

Wir cruisen von unserem Ankerplatz in eine nahegelegene Bucht. Der Regen peitscht uns ins Gesicht und macht auch vor Paulas Katzenregenschirm nicht halt, aber die Vorfreude auf eine weitere Schnorchel-Session überschattet diese Unannehmlichkeiten.

Mit einer Seitwärtsrolle lasse ich mich ins Wasser fallen. Unter mir sehe ich erst einmal nichts – es ist zehn Meter tief. Ich schwimme in Richtung Küste, wo die Sicht langsam klarer wird. Der Meeresboden ist genauso grau wie der Himmel über mir. Hier gibt es keine Pflanzen, keine Fische – nur Seeigel und vereinzelte Seesterne. Obwohl der Untergrund felsig ist, fehlt jeglicher Kelp.

Den Schnorchelspot hat uns ein Norweger empfohlen, der hier vor einigen Jahren ein Kelp Restaurations Projekt gestartet hat. Damals wurden zahlreiche Seeigel – in der Hoffnung, dass der Kelpwald zurückkehrt – entfernt. Dass das nicht geglückt ist, sehe ich jetzt mit eigenen Augen. Der grüne Seeigel (Strongylocentrotus droebachiensis) scheint hier die Überhand genommen zu haben. Durch Überfischung fehlen natürliche Fressfeinde: Seeigel können sich ungestört vermehren und fressen den Kelpwald kahl.

Ich schwimme weiter Richtung Küste und entdecke plötzlich nicht nur Grünalgen, sondern auch Flügeltang und Zuckertang. Er ist übersät mit weißen Flecken. Sie stammen von winzigen Moostierchen (Bryozoen), die auf den Blättern siedeln und dort Kolonien bilden. Dort schirmen sie das Sonnenlicht ab, stören die direkte Nährstoffaufnahme aus dem Wasser und erschweren die Alge so sehr, dass sie schneller abbricht. Ein Grund für die extreme Ausbreitung dieser Moostierchen sind steigende Wassertemperaturen. Wärmeres Wasser führt zu einem schnelleren und längeren Wachstum. Jetzt gerade im Sommer fühlen sich die Moostierchen besonders wohl.

Mit Blick auf die Wüste unter mir schnorchel ich zurück zum Dingi und stelle fest, dass heute doch nicht alles wie immer war.

-Josefa Beyer

 

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