Gestern hatte ich es schon in der Küche erspäht: Eine riesige gläserne Auflaufform, gefüllt bis zum Rand mit meinem absoluten Lieblingsdessert: Tiramisu.
„I love Tiramisu!“, habe ich Teppy gesagt: „Of all deserts, it‘s here“, und dann meine Handfläche zur Decke gehoben, um ihr zu beschreiben, dass Tiramisu im Ranking potentieller Nachtische unangefochten auf Platz 1 liegt.
Am Nachmittag komme ich vom Schnorcheln wieder, noch ganz beglückt von der riesigen Auswahl verschiedener Tiere und Algen, die ich sehen konnte und freue mich direkt aufs Abendessen.
Es gibt „Crespelle“, quasi Canelloni, aber mit herzhaften Pfannkuchen statt Nudeln (gefüllt mit Spinat, darauf Bolognese-Soße und Käse). Wir hauen ordentlich rein.
Und dann, endlich, das Tiramisu. Es ist genug drin für einen Nachschlag. Teppy gibt sich unzufrieden: Sie habe keine Mascarpone gefunden und musste deshalb auf Crème Fraîche ausweichen… Schmecken tue ich das nicht. Ich bin im siebten Himmel.
Der Tag wird abgeschlossen mit einem Spaziergang durch Kabelvåg. Die Stimmung ist großartig. Seite an Seite laufen wir lachend und labernd durch die Straßen – eine Gruppe, eine Crew.
Wir biegen auf einen Trampelpfad ab und werden von einer grandiosen Aussicht überrascht. Meer, Berge, Leuchtturm. Janosch hüpft wie eine Bergziege den Hang hinab auf den nächsten Hügel und winkt uns plötzlich von der anderen Seite des Tals zu.
Die Sonne geht unter und es stellt sich bei mir eine gewisse Ruhe ein. Das war’s also schon fast. Morgen sind wir noch einen Tag hier und dann stechen wir wieder in See.
Doch die Menschen hier neben mir, die werde ich mitnehmen, wenn ich in den Flieger steige. In einer kleinen Box in meinem Herzen, neben Algen und Seeigeln, dem Geräusch der Wellen am Bug und dem Geschmack von Tiramisu.
-Karlotta Hamburg