
Bild: Paula Baierlein
Kristian hat bereits die Tür geöffnet, als wir die gut 50 m von der Malizia Explorer zum Marine Restoration Center schlurfen. Nach einem gekonnten Anlegemanöver durch die Palstek-Experten Janosch und Tonya haben wir an einem wirklich perfekten letzten Hafenplatz für die nächsten zwei Tage in Kabelvåg festgemacht. Nachdem Kristian uns allen die Hand geschüttelt hat, erklärt er uns das Konzept „gainscrifice“ – eine Wortneuschöpfung, die einen Zustand beschreibt, in dem man durch Verzicht gewinnt. Was er damit meint: Man muss manchmal im regnerischen Norwegen frieren, um Kelpwälder zu schützen – oder einfach, um etwas tun, das größer ist als man selbst.
Nach einer kurzen Einführung in die Arbeit des Centers gibt er uns eine Führung durch die noch recht leeren Hallen. In den nächsten Jahren sollen hier Studierende für ihre Master- und Doktorarbeiten herkommen, um an Ansätzen zur Kelprestoration zu forschen. Er betont, dass sie „large-scale“-Eingriffe planen: Sie wollen nicht einfach jeden Tag ein paar Seeigel einsammeln und hoffen, dass sich die Kelpwälder dadurch erholen, sondern im großen Maßstab mithilfe von Unterwasserdrohnen die Seeigel mit einer Art Staubsauger einsaugen. Kristian sprudelt vor Ideen und beantwortet bereitwillig unsere vielen Fragen. Nach ungefähr zwei Stunden verlassen wir das Center sehr motiviert und inspiriert, aber auch ein wenig nachdenklich, weil noch so viel Arbeit vor uns liegt.
-Josefa Beyer