Nachdem wir die Kelp Algen unter dem Bionkular gesehen haben, hielt uns nichts lange an Deck: Wir hatten gehört, dass sich an der Unterseite der Südmole im Hafenbecken von Helgoland ein schöner Kelpbestand befinden soll. Davon mussten wir uns natürlich direkt selbst überzeugen!
Bevor es jedoch ins kühle Nass ging, gab uns Antonius noch ein ausführliches Sicherheitsbriefing zum Freitauchen und Schnorcheln – Sicherheit geht an Bord schließlich immer vor. Gegen 14:30 Uhr ging es dann los: Eddie von der Malizia-Crew brachte uns mit dem Dinghi zum Spot, und damit fiel der Startschuss für unsere allererste Schnorchelexpedition der Reise.
Ein voller Erfolg! Unter Wasser stießen wir schnell auf die ersten Kelpbestände, allen voran imposanten Palmentang. Auch wenn die Sichtverhältnisse nicht ganz ideal waren und wir den Wald noch nicht in seiner vollen Fülle überblicken konnten, gab es unglaublich viel zu entdecken: Neben Fischen jeglicher Art und zwei stattlichen Taschenkrebsen wimmelte es nur so von Hydrozoen.
Besonders spannend aus ökologischer Sicht ist, dass wir extrem viele Moostierchen beobachten konnten, die sich auf den Tangblättern festgesetzt haben. Für die Algen bedeutet dieser Bewuchs allerdings Stress. Wenn die Kolonien die Blattoberfläche zu stark bedecken, nehmen sie dem Kelp das nötige Sonnenlicht, was die Photosynthese massiv erschwert.
Der Ausflug war für uns auch die perfekte Gelegenheit, unser komplettes Equipment unter realen Bedingungen zu testen bei 20 °C Außentemperatur, klares Wetter und fast ohne Welle hätten die Testbedingungen kaum besser sein können. Insgesamt waren wir gut 2,5 Stunden im Wasser.
Jetzt steht uns allerdings schon die nächste Logistik-Herausforderung bevor: Neoprenanzüge, Masken und Kameras müssen in Rekordzeit trocknen, denn in Kürze erwarten wir Gäste bei uns an Bord der Malizia Explorer, seid gespannt!
-Annkatrin Reitz