Immer noch Kurs 344° – und plötzlich taucht ein Schweinswal im Achtern auf! Kurze Aufregung, dann ist er auch schon wieder verschwunden. Genauso wie unser Team in den Kojen. Denn die Wellen schaukeln uns ganz schön dolle und jede und jeder muss erst einmal in den Rhythmus auf See finden.
Heute folgen unsere Videobeiträge auch nicht direkt, weil für den Upload „systemrelevante Personen“ bis eben ein Anti-Seekrankheits-Nickerchen gemacht haben. Das ist auch völlig richtig so: Heute heißt es erst einmal Ankommen an Bord – und starr auf den Laptop zu schauen, ist dabei nicht gerade förderlich, wie wir heute bereits feststellen durften.
Im Vergleich zu gestern ist heute alles ganz anders: Gestern haben sich auf Helgoland die Ereignisse nur so überschlagen und es war eine positive Hektik im Team zu spüren. Heute passiert rein gar nichts – außer dem Gewöhnungsprogramm hier auf Vorwindkurs. Jeder für sich, ob in der Koje oder mit dem Blick auf den Horizont. Auch das gemeinsame Essen (wie von der Crew gestern schon beschlossen) fällt erst einmal aus. Appetit haben sowieso nur wenige – wer doch welchen hat, kann sich aber mit kleinen Akrobatikeinlagen einen leckeren Snack zubereiten.
Wir freuen uns, denn es geht immer weiter in Richtung Norden. Endlich auch ohne Motor und nur mit der Kraft des Windes! Heute Mittag haben wir außerdem unsere deutsche Flagge eingeholt, da wir die deutschen Küstengewässer verlassen haben. Bald hissen wir die norwegische Flagge auf dem Weg zu den gigantischen Kelpwäldern, auf die wir uns schon riesig freuen. Gerade haben wir noch spannende Wartungsarbeiten an einem Offshore-Windpark beobachtet.
-Tonya Avemarg