Tag 7 – Funkrufe am Morgen

„Malizia Explorer, Malizia Explorer!“,

ruft uns ein anderes Segelboot am Morgen des 7. August. Ich drehe mich verwundert zu Eddy um. An diesem kühlen Morgen sitze ich draußen und schaue auf die norwegische Landschaft auf unserem Weg nach Ålesund. Eddie schaut von dem Tablet auf, mit dem er bis vor kurzem noch unseren Kurs verfolgt hatte.
Bisher habe ich noch nie unseren Namen über Funk gerufen gehört.
Eddy geht nach drinnen, um das Sprechgerät von der Wand zu lösen. Auch Kapitän Lucas stellt sich neben ihn und hört zu. Erneut hören wir: „Malizia Explorer, Malizia Explorer“. Eddy antwortet: „This is Malizia Explorer listening“.
Der Mann über Funk bittet ihn, den Funkkanal zu wechseln. Von der 16 auf die 06. Es dauert ein paar Sekunden, dann befinden wir uns mit dem Segler wortwörtlich auf einer Wellenlänge. Dann ein Satz, den keiner von uns erwartet hat:
„I just want to congratulate you for all that you are doing for science and for sailing!
Der Mann grinst hörbar durch das Funkgerät. Verblüfft schauen die beiden Männer der Crew das Gerät an. Ein leichtes Lächeln findet seinen Weg auf das Gesicht unseres Kapitäns. Er legt den Kopf schief und zuckt mit den Schultern. Eddie antwortet, bedankt sich.
Der Fan am anderen Ende der Verbindung bedankt sich ebenfalls, dann endet das Gespräch: „Now you can go back to channel 16“. Stille im Cockpit der Malizia Explorer. Ob das öfter vorkommt, will ich von Eddy und Lucas wissen. „Nein“, antworten beide. Eddy grinst, Lucas wirkt eher belustigt. Dass Menschen uns filmen, Fotos machen oder fragen, ob sie an Bord kommen dürfen, das haben wir in Deutschland schon erlebt.

Auf Helgoland fuhren drei Jungs auf einem Schlauchboot an unser Schiff heran: Ob Boris Herrmann an Bord sei, wollten sie wissen. Ihre Eltern würden gern einen Wein mit ihm trinken! Leider mussten wir ihre Anfrage verneinen.

Doch dass auch in diesen Gewässern, hoch in Norwegen, Fans der Malizia unterwegs sind, das freut uns alle.
We should be thanking him, setzt Kapitän Lucas dann noch nach, jedoch nicht über Funk. „He‘s sailing, we‘re motoring“. Er hat recht, noch immer steht der Wind nicht zu unseren Gunsten. Wir haben das erste Segel hochgezogen, fahren jedoch mit Motor, bis wir uns besser in den Wind drehen können.
Also ein Danke zurück: An die Fans der Umweltforschung und des Segelns überall in der Welt. Allzeit guten Wind!

-Karlotte Hamburg

Bildquellen dieser Seite anzeigen