Spätes Festmachen in Ålesund
Als die Malizia Explorer gestern Spätabend nach einer langen, kräftezehrenden Etappe auf See die geschützte Hafeneinfahrt von Ålesund erreichte, empfing uns die Kulisse der norwegischen Küstenstadt in nächtlicher Stille, man hat sogar kaum noch Gemurmel von der Hafenmeile gehört. Die Lichter der Jugendstil-Fassaden spiegelten sich im ruhigen Wasser des Hafenbeckens, während die Crew die letzten Anlegemanöver an den Docks ausführte.
Selbst im Laternenlicht des Kaimauer-Bereichs ließ uns der wissenschaftliche Blick nicht los: Direkt an den Unterbau-Konstruktionen der Docks lugten im klaren Hafenwasser die Wedel von Kelp – eine faszinierende Erinnerung daran, wie präsent marine Ökosysteme selbst im urbanen Hafenraum sind.
Nach dem Sichern des Schiffes nutzten wir die späten Stunden für einen gemeinsamen Orientierungsgang durch das nächtliche Ålesund. Doch über die ruhige Meereskulisse hinaus zeigte dieser Moment vor allem eines: die unmerklich fortschreitende Transformation unserer Teams. Nach den ersten intensiven Tauch- und Schnorcheleinsätzen in Gulen, der gemeinsamen Arbeit an Deck und den gemeinsamen Blicken ins Bino fügte sich das Team auf engstem Raum immer lückenloser zusammen. Es war ein greifbares Gefühl, dass aus einer zweckgebundenen Gemeinschaft Schritt für Schritt tiefes gegenseitiges Vertrauen und echte Freundschaft erwachsen sind.
Mit gestärktem Teamgeist und reichlich Motivation blicken wir nun auf die bevorstehenden wissenschaftlichen Aufgaben vor der Kulisse Ålesunds.
-Annkatrin Reitz